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Modellierung distanzabhängiger systematischer Effekte
Entwicklung eines Korrekturmodell für distanzabhängige Effekte in kleinen GPS Netzen
 
GNSS Verfahren eignen sich besonders für die Echtzeitüberwachung von Hangrutschungen oder den Deformationen großer Bauwerke. Trotz Anwendung geeigneter Korrekturmodelle und der Verwendung von Doppeldifferenzen verfälschen systematische Resteffekte die Koordinaten der zu überwachenden Punkte. Dies erschwert die Trennung von tatsächlichen Deformationen von Pseudo-Deformationen, die durch die systematischen Effekte hervorgerufen werden. Es kann gezeigt werden, dass in kleinen GNSS Netzen systematische Verfälschungen, die durch distanzabhängige Effekte hervorgerufen werden (also unzureichend modellierte troposphärischen und ionopshärischen Ausbreitungseffekten oder Satellitenorbitfehlern) zu affinen Verzerrungen des Netzes führen. Folglich ist das generische Korrekturmodell eine dreidimensionale Affintransformation, die durch maximal 12 Parameter darstellbar ist. Für die Bestimmung dieser Parameter sind vier qualitativ hochwertige GPS Stationen notwendig, die nicht durch die zu beobachtende Deformation beeinflusst werden. Eine genaue Analyse unterschiedlicher Netzgeometrien synthetischer GPS Netze und der Ausbreitungseffekte zeigt, dass jedoch weniger als die 12 Parameter ausreichend sind, um die Korrekturen zu berechnen.

Erste Arbeiten in diesem Themenbereich wurden während des Feodor-Lynen-Fellowships von Steffen Schön am Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme der TUGraz (Gastgeber Prof. Dr. Fritz K. Brunner) durchgeführt. Der Alexander von Humdboldt-Stiftung wird für die finanzielle Unterstützung gedankt.  
Ausgewählte Literatur:
  • Schön S. (2007). Affine distortion of small GPS networks with large height differences. GPS Solutions 11:107-117, DOI: 10.1007/s10291-006-0042-8.

Abschätzung der Größe systematischer Resteffekte mit Methoden der Intervallmathematik
 
Die Erfassung und adäquate mathematische Beschreibung des Gesamtunsicherheitshaushaltes von GNSS Beobachtungen ist eine Grundvoraussetzung für alle Analysen und Interpretation von und deren zeitlicher Variation. Dies umfasst nicht nur die zufälligen Abweichungen sondern auch verbleibende systematische Resteffekte. Zum derzeitigen Stand befasst man sich in der Geodäsie hauptsächlich mit einer stochastischen Vorgehensweise. Daneben existieren alternative Verfahren, die auf Ansätzen aus der Intervallmathematik beruhen. Diese erlauben den Einfluss von Restsystematiken abzuschätzen, die durch die apriori Korrekturmodelle nicht ausreichend erfasst werden. Im Beobachtungsraum wird die Größe dieser Einflüsse durch Beobachtungsintervalle angegeben, die von grundlegenden Einflussparametern abhängen. Diese werden linear in den Parameterraum abgebildet. Dabei entstehenden Zonotope die den Variationsbereich der geschätzten Parameter angeben.
 
« Zonotop, Intervallbox und Projektionen des Zonotops auf die Intervallbox für eine 50-km Basislinie im Azimut 20°. Das Zonotop beschreibt den dreidimensionalen Bereich, in dem die geschätzten Punktkoordinaten variieren können aufgrund von verbleibenden, d.h. nicht ausreichend modellierten, systematischen Effekten. Jeder Vektor gibt die Richtung der Beiträge verschiedenen Gruppen von systematischen Effekten an: Verbleibende Orbitfehler beeinflussen den Bereich senkrecht zur Basislinienorientierung (along-track (1) and cross-track (2)), wohingegen Unsicherheiten in den ausbreitungsspezifischen Effekten in Basislinienrichtung sich auswirken. (z.B. durch unzureichende Repräsentativität der angenommen Temperatur (3) und des Drucks (4) im apriori Troposphärenmodell)
Die Arbeiten in diesem Themenbereich wurden in Kooperation mit Hansjörg Kutterer (2000-2004) durchgeführt und durch die DFG gefördert.

Ausgewählte Literatur:
  • Schön S. und H. Kutterer (2006). Uncertainty in GPS Networks due to Remaining Systematic Errors: The Interval Approach. Journal of Geodesy 80(3):150-162, DOI: 10.1007/s00190-006-0042-z.
Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Steffen Schön
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aktualisiert vom webmaster am 14.03.2008

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